„Schadstofffrei“, „kindersicher“, „unbedenklich“: Auf Holzspielzeug stehen viele Versprechen. Deutlich seltener steht dort, wonach eigentlich geprüft wurde. Eine der wichtigsten Angaben bei lackiertem Spielzeug ist die Norm EN 71-3. Hier erfährst du, was dahintersteckt und woran du erkennst, ob ein Hersteller es genau nimmt.
Was ist die EN 71?
Die EN 71 ist die europäische Normenreihe „Sicherheit von Spielzeug“. Sie besteht aus 13 Teilen, und jeder Teil regelt einen anderen Aspekt. Teil 3 trägt den Titel „Migration bestimmter Elemente“. Er konkretisiert, was die EU-Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG zu chemischen Stoffen in Spielzeug vorgibt.
Was regelt Teil 3?
Kleine Kinder nehmen Dinge in den Mund, lutschen daran und knabbern auch mal etwas Lack ab. EN 71-3 legt deshalb fest, wie viel bestimmter Stoffe sich aus einem Spielzeugmaterial lösen darf und wie das im Labor gemessen wird. Dazu gehören Schwermetalle wie Arsen, Blei und Quecksilber, außerdem zum Beispiel Aluminium, Nickel, Chrom (VI) und Organozinnverbindungen.
Die Norm unterscheidet drei Materialgruppen: trockene oder geschmeidige Materialien, flüssige oder haftende Materialien und abgeschabte Materialien. Lack auf Holz gehört zur dritten Gruppe. Geprüft wird also das, was ein Kind von der Oberfläche abschaben könnte.
Wie wird geprüft?
Das Prüfverfahren stellt den ungünstigsten Fall nach: Ein Kind verschluckt etwas vom Material. Im Labor wird simuliert, was dann im Magen passiert, also wie viel der Stoffe sich unter dem Einfluss von Magensäure herauslösen würde. Bleiben die Werte unter den Grenzwerten, ist die Prüfung bestanden.
Was EN 71-3 nicht aussagt
- Nichts über Stabilität, Kanten oder Kleinteile. Die mechanische Sicherheit ist ein anderer Teil der Normenreihe (EN 71-1).
- Nichts über Speichel- und Schweißechtheit, also darüber, ob Farbe abfärbt. Dafür gibt es eine eigene Prüfung (DIN 53160). Beide werden oft verwechselt.
- Nichts über die Herkunft des Holzes. Dafür stehen Siegel wie FSC, das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft kennzeichnet.
Woran du guten Lack erkennst
- Die Norm wird genannt. „Geprüft nach EN 71-3“ ist eine überprüfbare Angabe, „schadstofffrei“ allein ist es nicht.
- Es ist angegeben, womit lackiert wurde, zum Beispiel mit einem wasserbasierten Lack.
- Das Spielzeug riecht neutral. Ein auffälliger Geruch ist laut Verbraucherzentrale ein Warnzeichen.
- Die Oberfläche ist gleichmäßig. Keine Fehlstellen im Lack, keine rauen Stellen, keine Splitter.
Wie wir es bei Kindaholz machen
Alle Kletterspielzeuge von Kindaholz sind aus massivem, FSC-zertifiziertem Buchenholz gefertigt. Die Oberflächen werden von Hand geschliffen und mit einem natürlichen, schadstofffreien, wasserbasierten Lack lackiert, geprüft nach EN 71-3. Dazu kommen abgerundete Kanten, versenkte Schrauben und Sprossen, die sich nicht mitdrehen.
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